Vorstellungsgespräch als Softwareentwickler: Diese 10 Fragen erwarten Sie!

Software Entwickler
Mit welchen Fragen müssen Sie im Vorstellungsgespräch als Softwareentwickler rechnen?

Der Beruf des Softwareentwicklers ist inzwischen stark ausdifferenziert. Arbeit an Anwendungen für stationäre Rechner, Entwicklung von Apps oder die Wartung bestehender Systeme - die Anforderungen unterscheiden sich so wie die verwendeten Programmiersprachen.

Im Bewerbungsgespräch mit Ihnen als Softwareentwickler möchten Arbeitgeber Ihre technischen Kompetenzen kennenlernen. Zudem bringen die teamorientierten Prozesse der Softwareentwicklung Anforderungen an die Persönlichkeit des zukünftigen Mitarbeiters. Ist er kommunikativ? Kann er sich auf andere Mitarbeiter einlassen, mit denen er in den Teams zusammenarbeiten muss? Denn die Vorstellung des Programmierers, der allein im stillen Kämmerlein an einer Software vor sich hintüftelt, ist passé.
 

Der Softwareentwickler, ein soziales Wesen

Aus diesem Grund werden dem Softwareentwickler die entsprechenden Fragen im Job-Interview gestellt, auf die er sich bestmöglich vorbereiten sollte, um seinen Traumjob zu ergattern. Technisches Fachwissen ist nur die Basis. Ein Softwareentwickler muss im Unternehmen als soziales Wesen funktionieren, um effizient einsetzbar zu sein.

Die folgenden Fragen könnten im Vorstellungsgespräch auf Softwareentwickler zukommen.
 

1. Wie halten Sie sich auf dem Laufenden? Welche Blogs, Nachrichtenseiten oder Magazine, die mit Ihrem Arbeitsbereich zu tun haben, kennen Sie?

Unternehmen möchten, dass sich Mitarbeiter weiterentwickeln. Denn nur so kann man im Wettbewerb bestehen. Nach der Ausbildung zum Informatiker können Sie dies als Softwareentwickler vor allem durch eigene Initiative umsetzen. Der Weiterbildung dienen Newsletter, Foren oder die regelmäßige Lektüre entsprechender Fachmedien.

Es gibt sehr spezielle News-Quellen, die über neue Ansätze der Programmierung oder bei Anwendungen informieren. Andere Publikationen bieten den Blick über den Tellerrand. Sie berichten beispielsweise Neues über juristische Rahmenbedingungen oder aktuelle Trends bei der Nutzerführung.

  • Sie als Softwareentwickler sollten bei dieser Frage die bekanntesten Informationsangebote Ihres Fachgebiets in deutscher und englischer Sprache benennen können.
  • Dazu gehört eine Einschätzung, was an diesen Informationsquellen besonders wertvoll ist.
  • Sie könnten auch ausführen, warum Sie sich von einem Angebot verabschiedet haben und nun ein anderes mehr schätzen.
     

2. Wie würden Sie sich verhalten, wenn von Ihnen verlangt wird, ein Softwareprojekt termingerecht abzuliefern, Sie aber wissen, dass noch Sicherheitsmängel bestehen?

Safety first! Das gilt insbesondere bei der Softwareentwicklung. Falls ein Unternehmen bei der Sicherheit zu lax ist, kann der Schaden immens sein. Dabei geht es nicht nur um konkrete monetäre Schäden. Auch Reputation und Vertrauen gilt es zu schützen. Deren Verlust kann langfristig noch viel teurer werden.

Ein Softwareentwickler ist allerdings weisungsgebunden. Er steht daher in der Verpflichtung, ihm angetragene Aufgaben zu erfüllen. Daher sollte man im Konfliktfall darauf bestehen, dass eigene Bedenken geäußert werden können und dokumentiert werden. Damit wird klar, dass man seiner eigenen Verantwortung gerecht geworden ist.

Entsprechend sollte die Antwort auf die Frage ausfallen:

"Ich äußere gegenüber dem Vorgesetzten meine Bedenken, verlange, dass diese eindeutig dokumentiert werden und führe dann die entsprechenden Anweisungen aus."
 

3. Warum möchten Sie gerne in unserem Unternehmen arbeiten?

Bei dieser Frage geht es im Bewerbungsgespräch um zwei Aspekte:

  • Hat sich der Softwareentwickler über das Unternehmen gründlich informiert?
  • Was ist seine zugrunde liegende Motivation?

Vor der Bewerbung recherchieren Sie Fakten zum Unternehmen: Geschäftsmodell, Kunden, Team, Projekte für Softwareentwickler.

Aus den öffentlich verfügbaren Informationen können Sie eine Motivationsmatrix entwickeln:

  • Welche Softwareprojekte für welche Kunden oder welche Aufgabenbereiche können Sie mit Ihrer Expertise unterstützen?
  • Welche Entwicklungschancen kann Ihnen das Unternehmen bieten?
  • Was sucht das Unternehmen wirklich?

Bewerber, die den Eindruck vermitteln, sie seien vor allem auf der Suche nach hohen monetären Gegenleistungen (Gehalt, Sozialleistungen, Dienstwagen), werden kritischer beurteilt. Ihre Loyalität steht in Frage. Denn sie werden schneller in ein anderes Unternehmen wechseln, das bessere Leistungen bietet. Innovative Projekte, Übernahme von Verantwortung, zukunftsträchtige Aufgaben - derart motivierte Mitarbeiter werden eher den Zuschlag erhalten.
 

4. Wie würden Sie den Beruf eines Softwareentwicklers jemandem erklären, der keinerlei Kenntnisse darüber hat?

Hier geht es um Empathie, einen wichtigen Bestandteil der Teamfähigkeit: Wie gut kann sich ein Bewerber in sein Gegenüber hineinversetzen? Denn um eine solche Frage zu beantworten, muss man die Perspektive des Anderen einnehmen. Zum anderen gehört dazu die Fähigkeit, von der eigenen Tätigkeit zu abstrahieren, also seine eigene Rolle innerhalb des Prozesses der Softwareentwicklung zu erfassen.

Beide Fähigkeiten werden in Unternehmen gebraucht, um Mitarbeiter aus anderen Abteilungen - Marketing, Kommunikation, Management - zu verstehen und mit den eigenen Bedingungen, Abhängigkeiten oder Möglichkeiten bekannt zu machen. Erst dann lassen sich Synergien erzeugen, die dem Ergebnis dienen.

Für eine gute Antwort auf dieses Frage kann man sich also unterschiedliche Szenarien zurechtlegen, wie man einem Handwerker oder einer Krankenschwester den Beruf des Softwareentwicklers nahe bringen würde.
 

5. Was war bisher Ihre schwierigste Aufgabe und wie haben Sie diese bewältigt?

Entwickler von Apps oder Desktop Software sind nicht alle gleich. Sie befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus der Spezialisierung, Expertise sowie Erfahrung. Ein erfolgreicher Softwareentwickler schätzt sich realistisch ein, weiß über sein Können und seine Grenzen Bescheid.

Selbstüberschätzung ist in einem Job-Interview ein Tabu, Ehrlichkeit dagegen Pflicht. Zum anderen möchte das Unternehmen einschätzen, wie ein Softwareentwickler strategisch an eine Programmieraufgabe herangeht.

  • Wie definiert er eine Aufgabe?
  • Wie löst er diese unter Beachtung des Gebots der höchster Effizienz?
  • Wie vermeidet oder findet er Fehler?
     

6. Spielen Sie Computerspiele? Was ist Ihr Lieblingsspiel?

Personaler und Führungskräfte möchten mit einer solchen Frage den Bewerber dazu bringen, einmal zwangloser von sich zu erzählen. Sie wollen wissen, wen sie als Person vor sich haben. Themen können ersatzweise Sport, TV-Serien oder Musik sein.

Ziel ist es natürlich nicht, denjenigen Bewerber zu finden, der identische Vorlieben pflegt. Von daher kann man freizügig erzählen, wobei allzu extreme Dinge, die vielleicht moralisch anrüchig (z.B. Ego Shooter) erscheinen mögen, vermieden werden sollten.

Für Softwareentwickler bieten sich da Strategie- oder Logikspiele an. Unternehmen haben ein Interesse an ausgewogenen Persönlichkeiten, die sich in ihrer Freizeit so verhalten, dass sie am nächsten Tag frisch erholt am Arbeitsplatz erscheinen, die sich privat weiterbilden oder Gemeinschaften pflegen.
 

7. Wie starten Sie ein Software-Projekt?

An Mitarbeiter, die Apps oder PC-Software entwickeln, werden Aufgaben zumeist von außen herangetragen. Auftraggeber sind Kunden oder andere Abteilungen des Unternehmens.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Programmierexperten. Diese Auftraggeber sind Personen, die zwar eine Vorstellung davon haben, was diese Anwendungen können sollen. Jedoch verlassen sie sich bei der Entscheidung über den Weg dorthin auf die Expertise des Softwareentwicklers.

Daher steht vor der eigentlichen Arbeit zunächst die Frage im Raum, was eigentlich genau erreicht werden soll. Auch die Voraussetzungen müssen geklärt werden. Vorhandene Software, einsetzbare Ressourcen, Kostenrahmen, technische Anforderungen - solche Basisinformationen müssen genau herausgearbeitet werden. Erst dann können Entscheidungen gefällt werden, welcher Weg zum Ziel eingeschlagen wird.
 

8. Wie testen Sie Software, die von Ihnen entwickelt wurde?

Auf diese Frage gibt es eine Überschlagsrechnung, die man detaillierter erläutern kann - Folgendes ist natürlich lediglich eine Anregung, die Sie individuell anpassen sollten:

"40% der Zeit verwende ich auf für das Design der Anwendung und deren Programmierung. 5% brauche ich für eine statische Prüfung und Analyse des Code. 25% wird eingesetzt für den Check auf den Maschinen und die Integration der programmierten Einheit. 30% wird schließlich verwendet, um die Basisfunktionen zu testen und für das single user performance testing."
 

9. Technische Fragen im Job-Interview für Softwareentwickler

Fragen, die sich auf die Software beziehen, an der der Bewerber laut Stellenbeschreibung arbeiten soll, sind im Vorstellungsgespräch üblich. Als Spezialist sollte der Bewerber diese natürlich beherrschen. Falls nicht, muss das nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium sein. Allerdings sollte man nicht versuchen, sich mit halbgaren Antworten aus der Affäre zu ziehen. Besser ist es, die Lücke einzuräumen und gleichzeitig Wege aufzuzeigen, wie man sie zu schließen gedenkt. Niemand ist perfekt. Aber jeder sollte wissen, wie man besser wird.
 

10. Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?

Eine heikle Frage, über deren Beantwortung man sich Gedanken machen sollte. Fordere ich zu viel und bekomme die Stelle daher nicht? Verlange ich zu wenig und verkaufe mich unter meinem Wert?

Softwareentwickler sind in Zeiten der Digitalisierung gefragte Mitarbeiter. Das gilt vor allem, wenn sie über Berufserfahrung verfügen. Trotzdem sollte sich ein Bewerber, insbesondere als Berufseinsteiger, vor überzogenen Forderungen hüten.

Doch letztlich wird der Brei auch bei dieser Frage nicht so heiß gegessen, wie er gekocht wird. Meint: Die Vergütung muss in das im Unternehmen existierende Gehaltsgefüge passen, sowohl nach oben als auch nach unten.

Aus diesem Grund sind Antworten empfehlenswert, die von dem bisherigen Gehalt ausgehen:

"In meiner aktuellen Position beziehe ich ein Gehalt in der Höhe X. Die Stelle, die wir hier besprechen, bedeutet eine höhere Verantwortung, weshalb ich glaube, dass die Vergütung eine gewisse Steigerung verdient."

Eine geschickte Antwort könnte auch in die Richtung gehen, dass das Gehalt zwar wichtig ist, aber die entscheidenden Gründe für die Bewerbung eher in der Aufgabe selbst liegen.

"Ich bin überzeugt, dass ich diesen spannenden Job sehr gut ausfüllen kann, und ich bin mir sicher, dass das in diesem Unternehmen entsprechend honoriert werden wird."