Mit diesen Soft Skills punkten IT-Berater beim Bewerbungsgespräch

4 Personen im Team mit Smartphone und Tablet bei einer Besprechung

Glückwunsch! – Sie haben die erste Bewerbungsrunde erfolgreich absolviert und mit Ihrem IT-Fachwissen brilliert. Nur noch das Bewerbungsgespräch meistern und der Job ist Ihrer. Bei der Erfahrung, die Sie mitbringen, kein Problem, denn Ihre Referenzen sprechen für sich. Aber wie steht’s um ihre persönlichen Fähigkeiten? Die sind nämlich jetzt gefragt! Warum Soft Skills so wichtig sind:

Im Bewerbungsgespräch zählt vor allem Persönlichkeit. Gepaart mit Nervosität und dem Gedanken auf einen sehr gut bezahlten Job, kann das schnell zu Schweißausbrüchen führen. Wenn das persönliche Gespräch ansteht, kommt es vor allem auf Soft Skills, also die soziale Kompetenz und Persönlichkeit eines Bewerbers an. Schließlich will der potenzielle Arbeitgeber herausfinden, ob ein Bewerber auch wirklich ins Team passt. Oder mit Kunden umgehen kann – auch mit unangenehmen. Aber dies ist nicht einseitig. Auch Ihr potenzieller künftiger Arbeitgeber muss Sie, als Bewerber, überzeugen.
 

Worauf kommt es überhaupt an?

Breites Fachwissen im IT-Bereich ist für einen gut-bezahlten IT-Job eine wichtige Voraussetzung. Sich aber nur auf Expertenkenntnisse und Referenzen zu verlassen, reicht nicht aus. Gerade IT-Berater müssen in der Lage sein, sich auf Menschen einzulassen. Vor allem, wenn es darum geht, die Belange der Kunden und deren Mitarbeiter zu verstehen. Dazu gehören eine klare, präzise Kommunikationsfähigkeit sowie überdurchschnittliche Menschenkenntnis. Sollen Prozesse im Rahmen von IT-Projekten geändert werden, ist zudem eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen nötig. Denn es sind in der Regel IT-Berater, die Mitarbeitern den Umgang mit neuen IT-Lösungen beibringen. Sie sollten also keine Angst vor Präsentationen haben.

 


Soft Skills ändern sich

Doch Vorsicht. Sollten Sie sich jetzt entspannt zurücklehnen und sagen: „Kann ich alles“, kommt nun der erhobene Zeigefinger. Soft Skills ändern sich mit der Zeit. Das zeigt die Studie von LinkedIn und Bitkom. Demnach wandeln sich die Anforderungen signifikant. Davon gehen die 305 für die Studie befragten Personalentscheider und Vorstände aus. Sie arbeiten in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern.

Heutzutage sind Soft Skills gefragt wie

  • Kritikfähigkeit
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Gesprächs- und Verhandlungsführung
  • Mitarbeiterführung
  • Unternehmergeist
  • Kreativität
  • funktionsübergreifende Kompetenzen
  • interkulturelle Kompetenz
  • Präsentieren und öffentliches Sprechen.

In 10 Jahren wird die Liste (und ihre Reihenfolge, geordnet nach Wichtigkeit) nach den Erkenntnissen aus der Studie ganz anders aussehen:

Dann kommt es nach Einschätzung der befragten Entscheider auf folgende Eigenschaften an:

  • Funktionsübergreifende Kompetenzen
  • Gesprächs- und Verhandlungsführung
  • Mitarbeiterführung
  • Kritikfähigkeit
  • interkulturelle Kompetenz
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Unternehmergeist
  • Präsentieren und öffentliches Sprechen
  • Kreativität

Interessant ist, dass die befragten Personalentscheider nicht mehr Kritikfähigkeit in der Liste der Soft Skills an erster Stelle sehen, sondern funktionsübergreifende Kompetenzen. Das heißt, hier sind Mitarbeiter gefragt, die über den Tellerrand schauen können und entsprechend agieren. Fast logisch schließen sich die Fähigkeiten Gesprächs- und Verhandlungsführung sowie Mitarbeiterführung an. Schließlich müssen Partnerunternehmen wie Mitarbeiter für neue Wege begeistert werden. Und dafür braucht es ein gutes Kommunikationsgeschick.
 

Kommunikationsfähigkeit in Zukunft gefragt

Offensichtlich wird dem menschlichen Faktor trotz digitaler Transformation eine steigende Bedeutung beigemessen. Das heißt: Mitarbeiter, die gut kommunizieren können und kulturelles Feingefühl besitzen, werden in einer zunehmend globalisierten Geschäftswelt erfolgreich sein.
 

Bereiten Sie sich vor

Die wichtigsten Regeln für jedes Vorstellungsgespräch heißen aber nach wie vor: „Bereiten Sie sich vor!“ und „Seien Sie interessiert!“ Das heißt aber nicht, dass es ausreichen würde, sich mal schnell die Website des potenziellen Arbeitgebers anzusehen. Viel wichtiger ist, das Geschäftsmodell des Unternehmens zu ergründen. Falls dies nicht möglich ist, stellen Sie während des Gesprächs entsprechende Fragen. Natürlich können Sie auch bereits im Vorfeld den entsprechenden Personalberater ansprechen.

Vor dem Bewerbungsgespräch sollten Sie sich Ihre wichtigsten und nachhaltigsten Erfahrungen aus Ihrer Karriere als IT-Berater zurechtgelegt haben. Idealerweise können Sie anekdotenhaft erzählen, welche fachlichen und menschlichen Probleme Sie lösen konnten. Beispielsweise beim Handling mit einem schwierigen Kunden. Aber fassen Sie sich kurz und beeindrucken Sie vielmehr mit pointierten Ausführungen. Für die Zuhörer ist das spannend.
 

Während des Gesprächs?

Jetzt heißt es freundlich sein und einen guten Eindruck hinterlassen. Klingt einfach – ist es aber nicht. Das fängt schon damit an, wie Sie dem Personalberater die Hand geben. Drücken Sie kurz und fest, aber nicht schlaff. Schütteln Sie die Hand nicht zu wild. Schließlich wollen Sie Ihr Gegenüber positiv beeindrucken und nicht wachrütteln. Idealerweise warten Sie so lange, bis Ihnen Ihr Gesprächspartner die Hand entgegenstreckt.

Seien Sie interessiert, indem Sie Blick- und Augenkontakt suchen. Bei mehreren Gesprächspartnern sollten Sie zwischen den einzelnen Personen hin- und her wechseln. Das darf aber nicht zur hektischen Karussell-Fahrt für Ihre Augen werden. Schauen Sie Ihren Gesprächspartnern in die Augen, aber starren Sie nicht. Lassen Sie sich auch nicht von Objekten im Raum ablenken, sondern konzentrieren Sie sich auf das Gespräch, in dem Sie aufmerksam zuhören. Stimmen Sie den Ausführungen des Personalers zu, zeigen Sie dies durch ein leichtes Kopfnicken.
 

Mimik und Gestik

Sitzen Sie Ihrem Gesprächspartner gegenüber, nehmen Sie am besten eine gerade Körperhaltung ein. Alles andere kann als Desinteresse ausgelegt werden. Seien Sie aber nicht zu steif. Auch wenn Sie aufgeregt sind. Sitzen Sie still und achten Sie darauf, dass Ihre Hände sichtbar sind. No-Go: Die Arme  vor dem Körper zu verschränken. Das impliziert eine ablehnende Haltung und mangelndes Interesse. Achten Sie beim Gespräch darauf, nicht zu viel zu gestikulieren. Halten Sie Ihre Arme lieber ruhig und machen Sie keine ausladenden Bewegungen. Sie sollten Ihre Gesichtszüge ebenfalls im Griff haben und entspannt und freundlich wirken. Denn das A und O ist und bleibt  die Freundlichkeit. Lächeln Sie. Es sollte aber nicht aufgesetzt wirken.
 

Tipp:

Schon die Höflichkeit gebührt, einem Bewerber beim Gespräch ein Glas Wasser oder einen Kaffee anzubieten. Lehnen Sie nicht ab, sondern lassen Sie sich Wasser oder Kaffee servieren. Aber bitte keine Extrawünsche. Das kommt bei Personalern nicht gut an. Wählen Sie aus dem, was Ihnen angeboten wird. In der Regel sind das Wasser, Kaffee oder Tee.

Sie können natürlich auch das Angebot ablehnen. Aber ein „Ja“ klingt immer viel besser als ein „Nein“. Zudem hilft ein Schluck aus dem Wasserglas die ein oder andere Nachdenkpause zu füllen.
 

Seien Sie pünktlich

Interesse zeigen Sie aber auch durch nicht unwesentliche Details. Seien Sie absolut pünktlich. Besser ist es, eine Stunde vor der Tür des Unternehmens zu warten, als fünf Minuten zu spät zu kommen. Pünktlichkeit ist eine persönliche Fähigkeit, die von vielen immer noch sehr vernachlässigt wird.
 


Auch aufs Äußere kommt es an

Ein Business-Outfit ist beim persönlichen Gespräch ein absolutes Muss. Selbst dann, wenn das IT-Berater-Team im Joballtag in Jeans und T-Shirt herumläuft. Achten Sie bei der Wahl der richtigen Klamotte, auf passende Farbtöne. Das Hemd sollte am besten einfach weiß sein, der Anzug dunkelgrau oder -blau. Ihr Äußeres sollte nicht von Ihrer Persönlichkeit ablenken. Investieren Sie Ihr Geld in professionelle Schneiderarbeit, wenn die Anzughose gekürzt werden muss. Denken Sie daran, dass Anzugtaschen immer zugenäht sind und, falls sie nicht nur Deko sind, vorher geöffnet werden müssen. Alle Etiketten sollten Sie ebenfalls entfernen. Gürtel und Schuhe sollten farblich passen.

Und die Krawatte für Männer? Die ist kein Muss mehr. Sie sollte aber getragen werden, wenn es der Unternehmenskultur entspricht. Bewerben Sie sich beispielsweise bei einem Start-up, können Sie in der Regel davon ausgehen, dass ein legerer Stil passend ist. Doch überprüfen Sie das am besten im Vorfeld. Sind Sie beim Bewerbungsgespräch overdressed, werden Sie sich unwohl fühlen. Gleiches gilt auch umgekehrt.

Beim Bewerbungsgespräch kommt es also aufs Innere und Äußere gleichermaßen an.

Lassen sich persönliche Fähigkeiten erlernen?

Zuerst die gute Nachricht. Soft Skills sind nicht angeboren, sondern können trainiert werden. Die Schlechte: Es verlangt viel Disziplin und Selbstreflexion. Es steht am Anfang also immer die Selbstanalyse. Stellen Sie sich die Fragen, warum und an welchen Soft Skills Sie arbeiten wollen. Und natürlich den Klassiker aller Fragen – auch im Bewerbungsgespräch: Mit welchen Stärken können Sie beeindrucken und was sind Ihre Schwächen? Ganz wichtig bei dem Selbstanalyse-Studium: Seien Sie ehrlich. Je besser Sie sich selbst kennen, desto besser können Sie auch im Bewerbungsgespräch überzeugen. Übrigens ist Ehrlichkeit auch im persönlichen Gespräch mit einem potenziellen Arbeitgeber eine Tugend. Sollte Ihr Lebenslauf Lücken aufweisen, stehen Sie dazu. Sie sollten allerdings eine gute Erklärung dafür haben.
 

Üben, üben und nochmals üben

Um Ihre persönlichen Fähigkeiten zu trainieren, können Sie Seminare besuchen oder sich Wissen anlesen. Doch bei allen gut gemeinten, theoretischen Ratschlägen sollten Sie die Praxis nicht außer Acht lassen. Beim Sport etwa können Sie Ihre Teamfähigkeit trainieren. Oder bei sozialem Engagement Zuverlässigkeit oder Teamorientierung. Im Idealfall können Sie über diese Bespiele sogar im Bewerbungsgespräch berichten. Vorausgesetzt der Kontext stimmt.

Damit sich Ihre neu erlernten Soft Skills auch wirklich einprägen, heißt es üben, üben, üben. Bauen Sie das Training am besten in Ihren Alltag ein. An den persönlichen Fähigkeiten zu arbeiten, ist jedoch nicht ganz ohne. Es gilt alte Gewohnheiten aufzubrechen. Sie brauchen also einen starken Willen, Ausdauer und vor allem Zeit.