Gelten die alten Regeln des Recruiting nicht mehr?

Digitales Recruiting

82.000 IT-Fachkräfte fehlen derzeit nach den Erhebungen des Branchenverbandes Bitkom im IT-Segment. Tendenz steigend. Für Unternehmen wie Personalberatungen bedeutet das nicht nur um die besten Kandidaten zu werben, sondern sie gezielt mit modernen Recruiting-Methoden anzusprechen. Haben klassische Recruiting-Methoden ausgedient?


Kein Anschreiben mehr?

Unternehmen wie beispielsweise die Deutsche Bahn verlangen von jungen Bewerbern kein Anschreiben mehr. Oftmals war dieses mit Floskeln angereichert. Seit dem Aus im Sommer vergangenen Jahres zieht der Konzern eine durchaus positive Bilanz. Eigener Aussage zufolge sind die Bewerbungen um rund zehn Prozent gestiegen. Sind das die neuen Recruiting-Methoden, die nötig sind, um Digitalisierung und Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen?


Bewerbungsunterlagen aktuell halten

Der Weg, den die Deutsche Bahn beim Recruiting eingeschlagen hat, ist sicherlich eine gute Möglichkeit für Konzerne, nach Mitarbeitern zu suchen. Ob er sich jedoch für kleine und mittlere Unternehmen eignet, liegt im Ermessen der einzelnen Firmen. Viele gehen lieber weiterhin den klassischen Weg und verlangen komplette Bewerbungsunterlagen. Diese bestehen nach wie vor aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen. Auch die Selbstpräsentation im Web sollte nicht vernachlässigt werden.

Bewerber und Wechselwillige tun deshalb gut daran, ihre Unterlagen sowie Business-Accounts und Websites stets auf dem neusten Stand zu halten. Denn schnell können sie über Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn für Job-Vakanzen angesprochen werden. Viele Recruiter verlangen meistens im ersten Schritt den Lebenslauf. Müssen die Unterlagen dann erst überarbeitet werden, können sich schnell Fehler einschleichen. Die gute Reputation ist dann eventuell dahin.


Active Sourcing

Kandidaten direkt ansprechen, gehört schon länger zu den üblichen Recruiting-Methoden. Doch angesichts der großen Nachfrage verlangt es immer mehr Fingerspitzengefühl. Gerade bei Spezialisten oder stark nachgefragten Kandidaten kommt es vor, dass sich diese gegenüber Recruitern alles andere als offen zeigen. Eine verständliche Reaktion. Melden sich verschiedene Personalberatungen innerhalb kurzer Zeit bei einem Kandidaten, ist dieser eher genervt als erfreut. Berater können hier nur mit Empathie punkten.

Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn bieten Recruitern viele Möglichkeiten, Kandidaten direkt zu kontaktieren. Aber auch Social Recruiting über beispielsweise Facebook sowie Instagram sind im Portfolio der Recruiting-Methoden längst angekommen. User sollten deshalb nicht verwundert sein, wenn sie auch auf vermeintlich privater Ebene angesprochen werden.


Spezialisierte Netzwerke

Den Unterschied aber machen Personalberatungen aus, die weitergehen, als die einfache Suche über Xing und LinkedIn. Hier ist professionelles Know-how bei Personalberatern gefragt. wie die Spezialisten bei Ratbacher werden geeignete Kandidaten aufgespürt und ihre Qualifikation geprüft. Dazu ist jedoch fundiertes IT-Wissen nötig, welches nicht jede Personalberatung vorweisen kann. Hinzu kommen aber auch die Erfahrung und das Gespür für Menschen. Nur so können geeignete Kandidaten mit der jeweiligen Vakanz gematcht werden.


Netzwerken

Zudem ist es ratsam, das eigene Netzwerk nachhaltig aufzubauen. Nicht nur Recruiter profitieren, wenn sie mit entsprechenden Kandidaten vernetzt sind. Auch für Bewerber ist Networking lohnend. Der Kontakt zu einer Personalberatung hilft, die Jobsuche schnell anzukurbeln. So kann der Recruiter gezielt unter seinen Kunden nach passenden Positionen Ausschau halten und sich auf die Wünsche des Kandidaten einstellen.


Empfehlungs-Recruiting

Wer gut in seinem Job ist, wird weiterempfohlen. So könnte ganz einfach die Formel für Recruiter und Bewerber lauten. Arbeitet eine Personalberatung professionell, fällt das ebenfalls auf. Vor allem, wenn sie, wie Ratbacher, über Spezialisten-Wissen verfügt. Viele Kandidaten bleiben Recruitern jahrelang treu, wenn sie gute Erfahrungen gemacht haben.


Stellenanzeigen

Einige Personalberatungen unterschätzen die Power von Anzeigen – wohlgemerkt online. Jobsuche in Printmedien wird zunehmend schwieriger, denn einschlägige Webplattformen bieten flexible, zielgruppengerechte Möglichkeiten. Damit haben sie sich eine nicht zu unterschätzende Reichweite aufgebaut. Sichtbarkeit ist nahezu garantiert.

Kandidaten, die auf der Suche nach einer neuen Position sind, sind gut beraten, Jobanzeigen nicht außer Acht zu lassen. Besonders praktisch sind Job-Alerts, die bequem nach Stichworten aktiviert werden können. Per Mail landen die Angebote direkt beim Kandidaten. Eine aufwändige Suche auf den Jobportalen entfällt somit.


Employer Branding

Für Unternehmen, die auf Mitarbeitersuche sind, ist es fast ein Muss – Employer Branding: Was bietet eine Firma ihren Mitarbeitern? Warum sollte jemand dort gerne arbeiten? Wo liegen die Vorteile? Je klarer kommuniziert wird, desto besser. Der Fachkräftemangel bewirkt, dass sich IT-Talente ihre Arbeitsstellen schon fast aussuchen können. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an Jobs. Kandidaten wollen nicht überzeugt werden. Es muss gute Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel geben.

Dazu gehören nicht immer bessere Verdienstmöglichkeiten. Das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit muss ebenfalls stimmen. Auch hier wandelt sich das Bild von Arbeit gerade. Vielen Mitarbeitern ist es inzwischen wichtiger, mehr Urlaubstage zu bekommen, als mehr Geld zu verdienen. Darauf müssen sich Personalberatungen und Arbeitgeber einstellen.


IT-ler sind gefragt

Jobsuchende im IT-Bereich, gerade  SAP-Berater, sind gefragte Mitarbeiter. Trotzdem sollten sich die Ansprüche an eine Stelle nicht ins Unermessliche steigern, sondern realistisch sein. Hier gilt: Bewerber müssen sich konkrete Gedanken machen, welche Anforderungen sie an eine Stelle haben. Zudem ist wichtig, bei der Kommunikation Empathie mitzubringen, um die Vorstellungen eines potenziellen Arbeitgebers richtig deuten zu können.


Recruiting-Methoden

Wer auf der Suche nach Kandidaten ist, spürt schon seit Langem den Wandel in der Arbeitswelt. Deswegen ist es für Unternehmen, die IT-Stellen besetzen wollen, ratsam, sich bei der Mitarbeitersuche fachkundige Hilfe von einer spezialisierten Personalberatung zu holen. Denn die Zeiten, in denen IT-Bewerber um Jobs buhlten, sind vorbei. Heute sind sie in der komfortablen Situation aus einer Vielzahl an Stellen auszuwählen.

Zu sicher sollten sich studierte IT-ler dennoch nicht fühlen. Unternehmen gehen immer mehr dazu über, auch Autodidakten oder IT-ler einzustellen, die mit ihrer Praxiserfahrung punkten, sich aber das theoretische Wissen durch Schulungen und Weiterbildungen – on- wie offline – selbst erarbeitet haben, aber über kein Studium verfügen. Wichtig ist, Erfahrungen belegen zu können. Viele Recruiter prüfen gerne, gemeinsam mit ihren Kunden, Bewerber mit fachspezifischen Fragen sehr detailliert. Da muss sowohl das praktische als auch das theoretische Wissen sitzen. Bewerber sollten auf jeden Fall weder im Lebenslauf noch im Gespräch prahlen. Bei der Wahrheit zu bleiben ist immer besser.


Herausforderungen auf allen Seiten

Der Fachkräftemangel bedarf ein Umdenken bei allen Beteiligten. Unternehmen müssen an ihrer Reputation feilen, damit sie für Kandidaten attraktiv werden. Zudem aber auch Verständnis für Bedürfnisse und Wünsche der Bewerber aufbringen.

Recruiter, als Bindeglied, müssen mit viel Empathie und Spezialwissen zwischen den Beteiligten vermitteln. Sie sorgen nicht nur dafür, dass die Chemie stimmt. Vor allem bringen sie mit Einfühlungsvermögen Anforderungen, Pläne und Wünsche auf einen Nenner. Die Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern neue Methoden und veränderte Sichtweisen – und das auf allen Seiten.